Menü überspringen

PORTWEIN - DIE VIELFALT DER AROMEN

Portwein, mit seiner Vielfalt an Aromen, ist der berühmteste Wein des portugiesischen Douro-Gebietes. Nachdem die Anbauzone entlang des gleichnamigen Flusses schon im Jahre 1756 gesetzlich festgelegt wurde, ist das Portweingebiet das älteste, gesetzlich abgegrenzte Weinbaugebiet der Welt.

Portwein sei eine „Erfindung“ der Engländer, sagt man. Dies ist zwar nicht ganz richtig, aber bei der Entstehung, der weltweiten Verbreitung und der internationalen Karriere waren die Briten sicher dabei.

Es ist auch nicht sicher belegt, aber ziemlich wahrscheinlich, dass den kargen Böden dieser Gegend schon in vorchristlicher Zeit Weine abgerungen wurden. Auf jeden Fall haben sich schon vor rund 2000 Jahren die Römer mit dem Weinbau in dieser äußersten Ecke des europäischen Kontinents beschäftigt, obwohl diese nicht die idealen klimatischen Voraussetzungen bot.

Als das Gebiet unter Brutus annektiert und römische Provinz wurde, kam es zur Gründung der Siedlung Cale mit dem Hafen Portus Cale. Später sollte daraus der Name Porto und letztendlich auch der Landesname Portugal entstehen.

Von Porto aus wurde schon sehr früh der hochgeschätzte Wein weithin verschifft. Der rege Handel mit Holland und mit England, führte schließlich dazu, dass aus Wein Portwein wurde. Aus Gründen der Haltbarkeit auf den Seereisen wurde der Wein spätestens seit dem 17. Jahrhundert mit hochprozentigem Alkohol versetzt und bekam so den Charakter einer Spezialität. Die Idee, den Wein noch während der Gärung aufzuspriten, kam 1678 von einem Engländer. England war somit indirekt für die Weltkarriere des Portweins verantwortlich und war gleichzeitig der größte Abnehmer.

Aus Aufzeichnungen geht hervor, dass 1728 bereits so viele Fässer nach England gingen, die der Menge von 1,5 Millionen Kisten Portwein entsprachen.

PORTWEIN HEUTE
Auch ein Klassiker geht mit der Zeit und so gab es in der Neuzeit zahlreiche Veränderungen und Neuerungen: Die Grenzen des Weinbaugebietes wurden verändert, neue Terrassen wurden angelegt und neue Rebsorten ausgepflanzt. Die Transportwege von den Weingärten zu den Kellereien änderten sich und die alten Segelschiffe wurden von Last- und Tankwägen abgelöst. Die technischen Verfahren der Weinbereitung wurden verbessert und verfeinert.

DAS ANBAUGEBIET
Der Weinbau beginnt erst rund 100 km östlich von Porto und erstreckt sich dann über ein Gebiet, das fast an die portugiesisch-spanische Grenze reicht – mehr als 100 Kilometer weit.

Das klassifizierte Anbaugebiet umfasst etwa 30.000 Hektar, die von rund 34.000 Traubenproduzenten bearbeitet werden. Die Weingärten liegen entlang des Flusses Douro und seinen Nebenflüssen auf steilen Schieferhängen. Der Anbau dort zählt zu den mühsamsten der Welt. Die kargen, trockenen Böden, die heißen Sommer, die kühlen Winter und die oft kräftigen Regenfälle im Sommer sind Gegebenheiten der Natur, die von den Winzern gemeistert werden müssen.

Die Portwein – Bodegas liegen fast alle in Vila Nova de Gaia, einem Vorort der Stadt Porto. Dort wird der Großteil der Weine erzeugt bzw. gelagert. Seit 1986 können aber auch Gutsabfüllungen – Quintas-Ports – gemacht und direkt vermarktet werden.

DIE REBSORTEN
Von den insgesamt rund 80 verschiedenen Rebsorten die im Gebiet noch zu finden sind gibt es drei Kategorien: „Die Empfohlenen“, „die Erlaubten“ und „die Tolerierten“.
Die führenden Sorten sind heute:
TOURIGA NACIONAL –
TOURIGA FRANCESA –
• sind alte bodenständige (autochthone) Rebsorten, die eine besondere Bedeutung haben und den Weinen viel Farbe und Aroma geben.

TINTA RORIZ –
• entspricht der bekannten spanischen Sorte Tempranillo.

TINTA BARROCA und
TINTA CÁO -
• sind weitere wichtige Sorten.

MALVASIA und MOSCATEL –
• sind zwei von etlichen Sorten, die für die weißen Portweine Verwendung finden.


DIE HERSTELLUNG VON PORTWEINEN

DIE WEINLESE –
Die Lese beginnt Mitte bis Ende September und dauert drei bis fünf Wochen lang. Dabei ist es noch gleich wie vor hundert Jahren: Die Frauen lesen und die Männer schleppen die Körbe.
Die Trauben kommen in die Quintas oder in eine der Zentralkellereien.

DAS VERARBEITEN -
Die Trauben werden eingemaischt um Farbe und Tannine herauszuholen. Das Zertreten der ganzen Trauben in großen Steintrögen wird kaum mehr gemacht.

DAS KELTERN –
Nach wenigen Tagen, wenn genügend Farbe und Tannine ausgelaugt sind, wird die Maische abgepresst.

DIE GÄRUNG STOPPEN -
Anschließend wird dem „Sturm“ 77- prozentiger Alkohol zugegeben, wodurch die noch nicht ganz abgeschlossene Gärung gestoppt wird. Das Ergebnis ist ein Kompromiss aus Restsüße und alkoholischer Kraft.
Diese aufgespriteten Weine bleiben noch einige Monate im Zwischenlager, bevor sie ihre Reise zur Weiterverarbeitung nach Vila Nova de Gaia antreten.

DIE REIFUNG -
In kühlen Kellern findet eine lange und sorgfältige Reifung in sehr unterschiedlichen Fässern statt. Je nach Portwein-Typ der entstehen soll, dauert diese Reifung unterschiedlich lange.

DIE ABFÜLLUNG –
Nach entsprechender Reifung werden die Portweine in Flaschen abgefüllt. Der Alkoholgehalt liegt durchschnittlich bei 19 – 20 Vol. Prozent.


DIE WICHTIGSTEN SORTEN

Die Portweinqualitäten unterscheiden sich zwischen verschnitten oder unverschnitten, mit Jahrgang oder ohne, kurze oder lange Reifezeit im Fass oder in der Flasche.

WHITE PORT -
Die weißen Portweine sind meist trocken bis halbtrocken, können aber auch süß sein. Es sind meistens Verschnitte, die etwa 2 Jahre im Fass oder im Tank gelagert werden. Sie werden hauptsächlich als Aperitif angeboten und gekühlt serviert.

RUBY PORT -
Ist ein etwas älterer Portwein aus roten Trauben verschiedener Jahrgänge. Er ist süß, fruchtig und voll im Geschmack. Er hat seinen Namen von der typischen rubinroten Farbe.

TAWNY PORT -
Das englische »tawny« bedeutet übersetzt »lohfarben«. Er ist der am meisten verkaufte Portweintyp und ebenfalls süß und teilweise fruchtig. Durch seine lange Fasslagerung - zwischen 5 und 40 Jahren - nimmt er seinen besonderen „lohfarbenen“ Ton an.
Bei den „Dated Ports“ mit 10, 20, 30 oder 40 Jahren auf dem Etikett muss auch das Abfülljahr angegeben werden.

COLHEITA -
Er ist ein TAWNY – Typ, jedoch aus einem bestimmten guten Erntejahr und mindestens 7 Jahre fassgereift. Er hat in der Flasche nur wenig Depot.

VINTAGE PORT -
Ist ein alter, tiefroter, körperreicher und kostbarer Portwein und wird nur aus Trauben eines sehr guten Jahrganges gewonnen. Nach 2 - 3 Jahren Fassreife wird er in Flaschen gefüllt und kann danach viele Jahre gelagert werden. Er reift in der Flasche weiter.
Nur herausragende Qualitäten können durch das Portwein-Institut zum „Jahrgangs-Port“ erklärt werden.

SINGLE QUINTA VINTAGE -
Entspricht einem VINTAGE PORT, stammt jedoch ausschließlich aus Grundweinen eines bestimmten Weingutes.

LATE BOTTLED VINTAGE (LBV)
Auch fast ein VINTAGE: Ein spät auf Flaschen abgefüllter Jahrgangs-Portwein aus einem guten Erntejahr mit 4 – 6 Jahren Fasslagerung. Er ist früher trinkbar als ein VINTAGE PORT.


 

Impressum ǀ Infos laut ECG/MG ǀ Allgemeine Geschäftsbedinungen ǀ made by mediawerk