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DER JAHRESKALENDER DES WINZERS

EIN ILLUSTRIERTER WEINBAUKALENDER DES 19. JAHRHUNDERTS GIBT ALLEN MONATEN EINEN BESONDEREN NAMEN:

JÄNNER – der „Eismonat“
eine Bauernregel sagt dazu:
„Der Winterschnitt wird durchgeführt, nur nicht, wenn Stein und Bein gefriert“.
Im Jänner, während der Saftruhe des Weinstockes wird mit dem Rebschnitt begonnen. Bei dieser Arbeit unterscheidet der Winzer zwischen verschiedenen Arten: Der „Erziehungsschnitt“ dient bei Junganlagen einer raschen Erreichung der Erziehungsform. Der „Ertragsschnitt“ hat die Aufgabe, während der gesamten Lebensdauer einer Rebanlage für die erwünschten Erträge zu sorgen. Dies ist der erste Schritt im Erntejahr den kommenden Ertrag zu regulieren.

FEBRUAR – der „Taumonat“
Eine Bauernregel für den Taumonat:
„Zu Lichtmess (2.2.) das Spinnrad vergess – das Krummesser zur Hand, in den Weingarten gerannt“.Im Februar finden im Weingarten etwa die gleichen Arbeiten statt, die schon im Jänner begonnen wurden

MÄRZ – der „Frühlingsmonat“
Mit dem Ende des Frühlings werden die länger angeschnittenen Ruten horizontal an die Drähte gebunden. Damit kann die Gleichmäßigkeit des Austriebs gefördert werden.
An den ersten warmen Tagen beginnen die Reben zu „bluten“, das heißt, an den Schnittflächen tritt Saft aus. Es ist ein Zeichen, dass die Winterruhe beendet ist.

APRIL – der „Ostermonat“
Es gibt viel Arbeit im Weingarten: Die Bodenpflege ist eine wichtige Maßnahme. Darunter versteht der Winzer den Aspekt der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit und so zum Beispiel die organische und mineralische Düngung, die mechanische Bearbeitung, das Mulchen und die Aussaat von Begrünungspflanzen. Es ist auch die Zeit, die ersten Schritte für den Pflanzenschutz zu setzen.

MAI – der „Wonnemonat“
Vielleicht wurde schon im April damit begonnen: Mit der Auspflanzung neuer Rebstöcke bzw. mit einer Weingartenneubepflanzung.
Noch ist die bange Zeit für die so gefürchteten Frühjahrs- oder Spätfröste, denn die sich gerade entwickelnden Blüten könnten Schaden erleiden und die kommende Ernte stark gefährden.
Erste Spritzungen gegen Pilzkrankheiten werden jetzt begonnen.

JUNI – der „Brachmonat“
Die Blüte der Reben, die vielleicht schon Ende Mai begonnen hat, findet jetzt ihren Höhepunkt und den Abschluss. Die Blüte dauert nur einige Tage und da ist das passende Wetter für eine gute Befruchtung besonders wichtig. Die Blüte ist das „Geschein“ und verströmt in diesen Tagen einen sehr dezenten, aber unvergleichbaren Duft.
Nach der Blüte beginnt der Winzer mit dem „Ausbrechen“ der überflüssigen Triebe.
Moderne Messstationen kontrollieren Temperatur und Luftfeuchtigkeit um eventuelle Gefahren von Mehltaubefall zu melden. Vorbeugende Spritzungen können dadurch teilweise entfallen – Spritzmittel sind teurer und Winzer umweltbewusster geworden.

JULI – der „Heumonat“
eine alte Bauernregel sagt dazu:
„Juliglut macht Trauben gut
und gibt’s im Juli Donnerwetter,
dann wird auch das Getreide fetter“.

Schädlingsbekämpfung und die Vorbeugung gegen den Pilzbefall im Weingarten ist jetzt besonders wichtig.
Der Boden zwischen den Rebzeilen wird gelockert und bei Grünbewuchs auch gemulcht. Dies ist eine Bodenpflege, bei der die verschiedenen Gräser öfters gemäht werden, das Schnittgut liegen bleibt und so langsam zu Humus wird.
Wenn der Behang zu groß ist und die Beeren etwa Schrotkorngröße erreicht haben, wird eine Traubenausdünnung durchgeführt um den Ertrag zu reduzieren und die Qualität zu verbessern.

AUGUST – der „Erntemonat“
Die Laubarbeit im Weingarten erfordert jetzt viel Arbeit - das „Wipfeln“ ist aktuell. Dies ist ein maßvolles Abstutzen von überhängenden Trieben am Rebstock. Dadurch wird der Stock besser belüftet, die Gefahr einer Pilzinfektion reduziert und die Früchte besonnt. Zu viele Blätter dürfen dem Rebstock aber nicht genommen werden, weil sonst die Assimilation gehemmt und die Zuckerbildung vermindert würde.
Der Grünbewuchs wird nochmals gemulcht.
Es ist der Zeitpunkt für die Herbstbegrünung. Dabei werden starkwüchsige Gräser gesät, die bis zum Frühjahr wachsen können und später dem Boden wieder Humus zuführen.
Die frühesten Sorten reifen bereits im August und somit muss auch der Weinkeller bereit sein.
Sobald die Trauben einiges an Zucker eingelagert haben, sind sie begehrte Beute verschiedener Vögel. In vielen Gegenden werden daher bei den besonders wertvollen Sorten Vogelschutznetze angebracht.
Bauernregeln für den August:
„Viel Augustsonnenschein bringt dem Winzer guten Wein, will die Sonne jedoch nicht lachen, kann der September nichts mehr machen“.

SEPTEMBER – der „Herbstmonat“
Die Schädlingsbekämpfungs- und Pflanzenschutzmaßnahmen sollten abgeschlossen sein, damit keine Rückstände in den Trauben zurückbleiben.
Beobachtung der Reifung der Trauben und den Zeitpunkt für die Lese festlegen. Es ist Lesebeginn für mehrere Traubensorten.
Eine Weisheit für den Herbstmonat:
„Im September kommt der Regen jedem Bauern ungelegen. Wenn er jedoch den Winzer trifft, ist dies für den Wein nur Gift“.

OKTOBER – der „Weinmonat“
Großteil der Traubenernte, je nach Sorte, Lage, Witterung, vorgesehene Verwendung und Gesundheitszustand der Trauben.
Nach Abschluss der Lese könnte noch eine Herbstbegrünung durchgeführt werden, falls es noch nicht geschehen ist.
Vor dem Winter kann auch eine Bodenabdeckung mit organischem Material wie Stroh oder Rindenmulch angebracht.
Die Weinbereitung verlangt jetzt besonders viel Arbeit und Aufmerksamkeit.

NOVEMBER – der „Wintermonat“
Die Trauben für besondere Weine, wie Beerenauslesen, Ausbruchweine oder Trockenbeerenauslesen werden geerntet.
Die im Keller befindlichen Jungweine erfordern eine regelmäßige Kontrolle von Fässern und Tanks.
Zu Martini – dem 11. November – wird der Jungwein zu Wein.
Die ersten Jungweine des Jahres werden abgefüllt und verkauft.

DEZEMBER – der „Christmonat“
Vor dem Wintereinbruch kann die Gründecke noch einmal gemulcht werden.
Die Hauptarbeiten konzentrieren sich aber auf den Weinkeller. Der Verlauf der Gärung muss kontrolliert werden.
Die Rotweine - und einige wenige Weißweine - machen jetzt ihren biologischen Säureabbau, der viel Erfahrung verlangt.
Sobald der Boden gefroren ist, rasten die Pflanzen und der ganze Weingarten …
Noch eine Winzerregel zum Jahresende:
„Silvester muss sonnig und ruhig sein,
sonst gibt’s im nächsten Jahr kein’ Wein“.

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